Wildbienen - wichtige Bestäuber

In Deutschland gibt es etwa 550 Arten, die sich optisch durch Größe, Färbung oder Musterung unterscheiden. Besonders unterschiedlich sind ihre bevorzugten Nahrungspflanzen und Nistplatzanforderungen. Viele solitär lebende Wildbienen sind auf eine einzige Pflanzenart oder Gattung angewiesen. Nach ihrer Lebensweise können Wildbienen in drei Gruppen eingeteilt werden: soziale Bienen, solitär lebende Bienen und parasitische Bienen. Die Bestäubung durch Wildbienen setzt bereits im März ein. Sie findet oft auch bei Kälte und bedecktem Himmel statt und meist einige Zeit vor der Befruchtung durch Honigbienen. Daher zählen diese Insekten sowohl im Garten als auch im Erwerbsobstbau (ein Exemplar bestäubt bis zu 5000 Blüten pro Tag!) zu den bedeutenden Nützlingen.

Vor allem durch das "Aufräumen" im Garten wie Beseitigung von Totholz, Staudenschnitt und Natursteinhaufen, aber auch am Ackerrand sind die natürlichen Lebensräume der Nutztiere stark eingeschränkt. Um ihre längerfristige Ansiedlung und Vermehrung zu gewährleisten, können als teilweiser Ersatz geeignete Wohnstätten und Nistgelegenheiten geschaffen werden.

Eine der auffälligsten Wildbienen, die im Frühling zu beobachten sind, ist die Gehörnte Mauerbiene, die ihr Nest mit rauem, grobem Material verschließt. Sie legt ihre Eier im Linienbau hintereinander ab, deshalb eignen sich als Nisthilfen hohle Pflanzenstängel, Bambus, Knöterich oder angebohrte, harzfreie Hölzer. Dieser Nistplatz für Wildbienen wurde von Lorenz Frömchen im Rahmen eines Freien Ökologischen Jahres im "Grünen Klassenzimmer" der Landesgartenschau Apolda 2017 errichtet.