Wechselflor

Als Wechselflor bezeichnen wir Flächen, bei denen während der Veranstaltungsdauer die Bepflanzung mindestens einmal komplett wechselt. Diese Flächen sind über die gesamte Herressener Promenade verteilt so angelegt, dass Sie sie ganz aus der Nähe betrachten können, wenn Sie die Wege entlangschlendern. Und natürlich sind die Pflanzen alle mit ihren botanischen und deutschen Namen etikettiert, so dass Sie Ihre Favoriten ganz bequem in der Gärtnerei Ihres Vertrauens kaufen können.

Während der 149 Veranstaltungstage können Sie mindestens zwei unterschiedliche Wechselflorpflanzungen in der Herressener Promenade bewundern. Im Frühjahr wird auf insgesamt 2.500 m² ein Meer an Frühjahrsboten die Landesgartenschau eröffnen. Die spannende Zeit der Neugestaltung der Wechselflorflächen ist für unsere Gärtner bei der Pflanzungen der Sommerblüher besonders arbeitsreich.

1. Spaziergang Wechselflor: Textilstadt Apolda

Textilien und Stoffe werden in gewobenen Pflanzenbildern zu sehen sein, die Grundlage hierfür bildete das "Stoffmusterbuch" von August Saalborn herausgegebenen im Jahr 1880, heute noch zu bewundern im GlockenStadtMuseum Apolda.

So grüßt das Frühjahr im Beet "Helle Schleier" mit nahezu reinweißen Tönen der schwer gefüllten Tulpenbecher, eingewoben in einen Teppich aus elfenbeinfarbenem Goldlack und luftigen Vergissmeinnicht. Im Kontrast dazu steht das Eingangsbeet "Dunkle Schleier" mit fast nur schwarzen und dunkelroten Tönen aus Tulpen und rotbelaubter Wolfsmilch. Im Sommer zeigen sich die Eingangsbeete in schleierartiger Pflanzung, in Textur und Farbe wie weißer Tüllstoff und dunkelroter Schleierstoff. Die rote Schleierpflanzung zeigt sich im Sommer als ein von schwarzlaubigen Süßkartoffeln und dunkellblättrigen Nesseln gerahmtes Stoffbild, gefüllt mit rotem Hibiscus und den brennenden Farben der Monbretien. Lilien in schweren, bordeauxfarbenen Tönen bilden eine zusätzliche, extravagante Schicht.

Dem Parkweg folgend, gehen diese filigranen Pflanzbilder in die kompakte Pflanzung der "Blauen Muster" über. Vorbilder aus der Textilgestaltung, wie verwobene Rautentexturen und der blau-weiß Kontrast der ländlichen Blaudrucktechnik, welcher noch immer auf Schürzen zu finden ist, stellen sich ein. Im Frühjahr blühen die weißen und blauen Töne der schellenartigen Blütentrauben von Hasenglöckchen und der Prärielilien. Dazwischen laufen rosa Tulpenbänder über das Karo des Pflanzteppichs. Der Sommer bringt die Rauten des blauen Heliotrops und die hohen Töne von Didiscus und Trommelstöckchen. "Zick-Zack Muster" in fein verwobenen Rautenlinien und die punktförmig aufgelöste Komposition "Rosa Kissen" führen die vielfältigen Möglichkeiten der Stoffgestaltung weiter. Teppichartige, wegebegleitende Pflanzungen wie die "Silberstoffe" zeigen die Vielfalt heller und filziger Blatttexturen.

2. Spaziergang Wechselflor: Glockenstadt Apolda

Der zweite Rundgang "Glockenstadt Apolda" ist ebenfalls ein auf die Stadtgeschichte thematisch abgestimmter Wechselflor, der das Apoldaer Handwerk der Glockengießerei vom 18. bis 20. Jahrhundert widerspiegelt.

Die hängenden Glocken der persischen Kaiserkronen, Narzissenbecher und Tulpenschwengel läuten in Farbverläufen den Frühling ein. Im Sommer läuten im Schaubeet "Farbklang" die hängenden Glocken der weißen Nicotiana. Am Boden blühen hunderte kleine Glöckchen von niedrigem Ziertabak im Farbverlauf von weiß über rosa, übergehend in rote Farbe. Wie "helles Geläut" werden in der Pflanzenauswahl die Formen und der Klang von Glocken nachgestellt. Bunte Glöckchen aus Löwenmäulchen und die grün-gelben Schellen von Muschelblumen runden das gepflanzte Abbild der Glockentöne ab. Die "Schattenglocken" hingegen begleiten den Besucher im Frühjahr auf seinem Spaziergang unter schattenspendenden Baumreihen mit den zarten Blautönen hunderter Hasenglöckchen und den Tönen der berühmten englischen "Blue-Bells", bekannt als zartblühende Glöckchen im Frühjahrswald.

Die "Schattenmuster" zeigen schattenverträgliche Pflanzungen in ornamentalen Bändern, wie gewobene Teppiche. Traubenhyazinthen, kleine Schellen an Blütenstielen, runden den Glockenklang des Pflanzbildes ab.

3. Spaziergang Wechselflor: Grünes Stadion Apolda

Im dritten Rundgang wird an den offenen Raum des ehemaligen Stadions im Park erinnert und zur Landesgartenschau modern interpretiert. Als Treffpunkt für die Besucher mit Bühne, Veranstaltungen und Festivalatmosphäre wirkt dieser weitläufige Treffpunkt auch über seine rahmenden Pflanzungen.

Anstelle von Tribünen mit Menschenreihen sehen die Besucher nun lange gebogene "Blumentribünen": Um eine offene Mitte gruppieren sich gebogene Bänder aus Wechselflor, der Besucher wird zum "Hauptdarsteller" in der Mitte des Raumes. Im Frühjahr läuten dort die Glocken unzähliger Tulpen, abgemischt in vielfältigen Farbverläufen von hellem Zitron bis in dunkle, schwere Rottöne.

Der Sommerflor bringt weich gewobene grüne Kissenstoffe (Pouf verde), die wie grüne Kissen aus einem Teppich aus farbenfrohen Sommerblumen leuchten. Die "Millefleur", ein langgestrecktes Beet aus Pflanzen der Familie der Sonnenblumen, zeigt die Formenvielfalt von Miniaturblüten bis große Blüten, geformt wie breite Sonnenräder.