„Sunny-side-up“ bereichert als neue „Land Art“-Kunst die Landesgartenschau

Die Landesgartenschau „Blütezeit“ Apolda - das sind Blüten aber noch viel mehr! Wieder einmal wird die 4. Thüringer Landesgartenschau ihrem Motto gerecht. Denn neben vielen gärtnerischen Highlights und einem reichhaltigen abwechslungsreichen Veranstaltungsprogramm setzen auch verschiedene Kunstobjekte große und kleine Akzente in der Herressener Promenade.

Seit dem 11. August wird ein neues Projekt, diesmal aus dem Kunst-Genre „Land Art“, die Besucherinnen und Besucher begeistern. Unter dem Namen „Sunny-side-up“ installierte Künstler Rainer Bonk - auch bekannt als der „Blauschäfer“ - ein 50 Quadratmeter großes „Spiegelei“ auf der Wasseroberfläche des Friedensteiches.

 

Das Kunstobjekt besteht aus mehreren Elementen, die vor dem Einbringen am Ufer und teilweise im Wasser verbunden werden. Die Konstruktion besteht aus einer im Verhältnis leichten Stahlkonstruktion, die als Schwimmkörper einen Styroporkern hat. Das eigentliche "Ei" entsteht durch eine Verkleidung der Gesamtkonstruktion mittels einer Plane, ebenso das "Eigelb".

Die temporäre Kunstinstallation wird als Blickfang bis zum Ende der Landesgartenschau am 24. September 2017 zu sehen sein. Doch nicht nur künstlerisch wird das "Sunny-side-up egg" (zu dt. Spiegelei) begeistern. Auch kulinarisch wird die Firma Polster Catering in den kommenden Wochen den Besucherinnen und Besuchern "das Beste vom Ei" präsentieren.

Weiterführende Informationen zum "Land Art" Projekt "Sunny-side-up"

"Land Art" als Gegenströmung der "Pop Art" entstand in den USA in den 1960er Jahren und gilt als romantische aber auch gesellschaftskritische Kunstform. Die ersten Künstler der "Land Art" wollten weg von dem Gedanken des Kunstgegenstandes als Konsumgut und Spekulationsobjekt.

Dabei geht es heute auch darum, dass sich der Betrachter auf eine innere und äußere Reise begeben muss und die Objekte direkt in der Landschaft, unter freiem Himmel, bei Wind und Wetter mit allen Sinnen genießen soll. Das Kunstobjekt wird dabei jedoch nicht als Gegenstand in die Landschaft gesetzt, sondern wird selbst zur Landschaft. "Es geht um Kunst, nicht um Landschaft." betonte einst Michael Heizer, einer der Pioniere der "Land Art". Dabei spielt auch der Einfluss der Natur auf die Kunstwerke selbst eine wesentliche Rolle. Sie verändert beispielsweise durch Witterung das Kunstwerk so, dass eine Dynamik oder Prozesshaftigkeit entsteht.

Als prominentes Beispiel der Kunstrichtung "Land Art" gilt die im Sommer 1995 inszenierte Verhüllung des Berliner Reichstagsgebäudes durch das Künstlerpaar Christo und Jeanne-Claude.

Bewusst wird auch im Vorfeld auf eine richtungsweisende Interpretationsvorgabe des Künstlers verzichtet. Wichtig ist daher nicht die Frage WARUM? sondern eher das WAS? Jeder Betrachter soll die Möglichkeit bekommen, seine ganz eigenen Gedanken und Interpretationen in das Kunstobjekt mit einfließen zu lassen. Und nicht zu Letzt: Rainer Bonk mag es auch, wenn der Betrachter seiner Kunstobjekte einfach nur mal lächelt und tiefgründige Interpretationen erst gar nicht anstellt!

Ob ein "Eiland" im Friedensteich, die Darstellung der "Sonnenseite des Lebens" oder eben "nur" ein riesiges Spiegelei auf einem See - das Projekt "Sunny-side-up" wird vieles sein aber vor allem ein einmaliges und interessantes Kunstobjekt auf der 4. Thüringer Landesgartenschau in Apolda.